SMS-Massenversand an deutsche Nummern
Beim Massenversand entscheidet nicht die Technik, sondern die Herkunft der Empfängerliste. § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG verlangt eine vorherige ausdrückliche Einwilligung für Werbung per elektronischer Post, und die deutsche Praxis wendet das auch auf SMS an.
Es gibt eine Ausnahme, und sie ist enger, als sie meist zitiert wird: § 7 Abs. 3 UWG erlaubt Werbung an Bestandskunden nur für eigene, ähnliche Produkte und unter weiteren Bedingungen. Wer sie auf eine gekaufte Liste anwendet, wendet sie falsch an.
Die Bestandskundenausnahme ist kein Freibrief
Die Ausnahme setzt voraus, dass die Adresse im Zusammenhang mit einem Verkauf erhoben wurde, dass es um eigene ähnliche Produkte geht und dass der Empfänger bei Erhebung und in jeder Nachricht auf sein Widerspruchsrecht hingewiesen wird.
"Ähnlich" bezieht sich auf das gekaufte Produkt, nicht auf das Sortiment. Wer Reifen gekauft hat, ist für Reifen ein Bestandskunde, nicht automatisch für jede Kategorie im Shop. Eine Segmentierung nach Kaufhistorie ist damit keine Feinheit des Marketings, sondern die Bedingung der Ausnahme.
Was die Aufsicht tatsächlich tut
Die Bundesnetzagentur kann Abmahnung, technische Abschaltung der Rufnummer und Untersagung anordnen, wenn Werbe-SMS ohne ausdrückliche Einwilligung versendet werden. Für Spam per SMS kann dagegen kein Bußgeldbescheid ergehen.
Das verschiebt das Risiko. Es geht nicht um einen kalkulierbaren Betrag, sondern um den Versandweg selbst: eine abgeschaltete Nummer beendet auch den transaktionalen Verkehr, also Bestellbestätigungen und Zugangscodes, die mit der Werbung nichts zu tun hatten.
Vier Netze, ein Versand
Die Netzbetreiber sind Telekom, Vodafone, Telefónica (O2) und 1&1 nach Daten der Bundesnetzagentur. Der Absender wählt das Netz des Empfängers nicht: eine Route, die auf einem Netz scheitert, ist für das ganze Land eine Teilroute.
Hinzu kommen netzspezifische Inhaltsregeln. Nach der ausgewerteten Dokumentation lässt T-Mobile Deutschland keine Einladungsnachrichten aus sozialen Netzwerken zu. Solche Regeln erklären Zustellausfälle, die sonst dem Text zugeschrieben werden.
Was wir nicht versprechen
SMSPro hat für Deutschland noch keine Fähigkeitskarte je Netzbetreiber. Das heißt konkret: wir garantieren nicht, dass ein bestimmter Absendername auf allen vier Netzen erhalten bleibt, und veröffentlichen keine Zustellraten für diesen Markt.
Vorhanden und überprüfbar sind die Plattform, die Einwilligungsverwaltung, die Abmeldeliste, die Zustellquittungen und die Zeitsteuerung des Versands.
Quellen nach Thema
| Mobilfunknetze | www.bundesnetzagentur.de2026-09-22 |
| Zustimmung für Werbung | www.gesetze-im-internet.de2026-09-22 |
| Aufsichtsbehörde | www.bundesnetzagentur.de2026-09-23 |
| Eingeschränkte Inhalte | api.support.vonage.com2026-09-22 |
| SMSPro-Route: Markt noch nicht erfasst | lib/sms/providers/capabilities.ts2026-09-22 |
Anwendungsfälle
Onlinehandel: Warenkorbabbruch
Kurze Nachricht mit Link, nur an Empfänger mit dokumentierter Einwilligung oder innerhalb der eng ausgelegten Bestandskundenausnahme für ähnliche Produkte.
Filialnetz: regionale Aktion
Die geografische Auswahl ändert die Liste, nicht die Rechtslage. § 7 UWG gilt in Hamburg wie in München.
- Vorherige ausdrückliche Einwilligung nach § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG; Bestandskundenausnahme nur für eigene ähnliche Produkte (§ 7 Abs. 3 UWG).
- Aufsichtliches Mittel ist die Abschaltung der Rufnummer, nicht das Bußgeld.
FAQ
Ist eine Einwilligung für Werbe-SMS in Deutschland Pflicht?
Ja. § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG verlangt eine vorherige ausdrückliche Einwilligung für Werbung per elektronischer Post, was die deutsche Praxis auch auf SMS anwendet. § 7 Abs. 3 UWG lässt eine eng gefasste Ausnahme für Bestandskunden und eigene ähnliche Produkte zu.
Was bedeutet "ähnliche Produkte" in der Bestandskundenausnahme?
Die Ähnlichkeit bezieht sich auf das tatsächlich gekaufte Produkt, nicht auf das gesamte Sortiment. Wer Reifen gekauft hat, gilt für Reifen als Bestandskunde, nicht automatisch für jede andere Kategorie des Shops.
Droht bei SMS-Spam in Deutschland ein Bußgeld?
Für Spam per SMS oder Messenger kann nach der ausgewerteten Quelle kein Bußgeldbescheid ergehen. Die Bundesnetzagentur kann stattdessen Abmahnung, technische Abschaltung der Rufnummer und Untersagung anordnen sowie Einnahmen sperren.
Welche Mobilfunknetze gibt es in Deutschland?
Telekom, Vodafone, Telefónica (O2) und 1&1 nach Daten der Bundesnetzagentur. Da der Absender das Netz des Empfängers nicht wählt, betrifft ein Ausfall auf einem einzigen Netz immer einen Teil jeder bundesweiten Liste.
Konto und Konfiguration sind verfügbar; die kommerzielle Freischaltung wird beim Bezahlvorgang geprüft.
SMSPro · 5 Quellen · 2026-09-25